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Zahlungsart

Kreditkarte

Visa und Mastercard, dazu American Express und Diners Club: In Österreich ist die Kreditkarte weniger Alltagszahlungsmittel als Reise- und Geschäftskarte. Genau deshalb entscheidet sie darüber, ob Ihnen ein Gast von außerhalb Umsatz bringt oder nicht.

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Die Rolle der Kreditkarte im österreichischen Markt

Nach Zahlen der Oesterreichischen Nationalbank waren zuletzt rund drei Millionen Kreditkartenprodukte im Umlauf, davon etwa zwei Millionen sogenannte Charge Cards und rund eine Million Karten mit Ratenfunktion. Gegenüber elf Millionen Debitkarten ist das wenig. Die Kreditkarte ist in Österreich kein Zahlungsmittel für den Wocheneinkauf, sondern für Reisen, Geschäftsausgaben, Hotels, Mietwagen und den Onlinehandel.

Für Ihren Betrieb heißt das: Die Bedeutung hängt fast vollständig vom Publikum ab. Eine Werkstatt in einer Bezirksstadt sieht Kreditkarten selten, ein Hotel in einer Tourismusregion sieht kaum etwas anderes. Die Frage ist also nicht, ob Kreditkarten wichtig sind, sondern wie hoch ihr Anteil in Ihrem konkreten Kartenmix ist.

Der Ablauf am Terminal unterscheidet sich für Sie nicht von der Debitkarte. Der Unterschied liegt hinter dem Vorgang: Der Betrag wird dem Kunden nicht sofort vom Konto abgebucht, sondern gesammelt abgerechnet. Für Sie ändert das an der Gutschrift nichts, wohl aber an den Kosten und an den Möglichkeiten des Karteninhabers, eine Zahlung später zu beanstanden.

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Welche Karte welchen Kostenrahmen hat

Die europäische Deckelung des Interbankenentgelts gilt nicht für alle Karten. Diese Unterscheidung erklärt die meisten Überraschungen auf einer Abrechnung.

KartenartInterbankenentgelt gedeckeltTypische FälleWas das für Sie heißt
Verbraucher-Debitkarte aus dem EWRja, 0,2 ProzentBankomatkarte einer österreichischen BankDer günstigste Regelfall im Inlandsgeschäft
Verbraucher-Kreditkarte aus dem EWRja, 0,3 ProzentPrivatkunden-Kreditkarte aus Österreich oder der EUEtwas teurer als Debit, aber kalkulierbar
FirmenkarteneinGeschäftsreisende, Dienstwagenkarten, EinkaufskartenDeutlich teurer; im Firmenkundengeschäft spürbar
Karte aus einem DrittlandneinGäste aus Übersee oder AsienDeutlich teurer; relevant im Tourismus
American Express, Diners Clubnicht anwendbarGeschäftsreise, gehobene HotellerieEigene Konditionen, meist eigener Vertrag und getrennte Abrechnung

Die Obergrenzen stammen aus der EU-Verordnung über Interbankenentgelte. Sie betreffen nur diesen einen Kostenblock, nicht den Gesamtpreis einer Zahlung.

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Wer bei einer Kreditkartenzahlung mitverdient

An einer klassischen Kreditkartenzahlung sind vier Parteien beteiligt: der Kunde, seine kartenausgebende Bank, Ihr Acquirer und Sie. Sie zahlen Ihrem Acquirer ein Entgelt; dieser gibt daraus das Interbankenentgelt an die Bank des Kunden und die Systemgebühr an die Kartenorganisation weiter. Was übrig bleibt, ist seine Marge. Genau dieser Rest ist der verhandelbare Teil.

Bei American Express und Diners Club sieht das anders aus. Dort gibt dasselbe Unternehmen die Karte aus und wickelt die Akzeptanz ab. Ein Interbankenentgelt im eigentlichen Sinn entfällt, weil kein zweites Haus beteiligt ist — dafür fällt diese Konstellation auch nicht unter die europäische Deckelung. In der Praxis werden diese Marken deshalb üblicherweise separat vereinbart und separat abgerechnet.

Für Ihre Entscheidung ist das kein Grund, sie wegzulassen. Ein Geschäftsreisender, der mit seiner Firmenkarte nicht zahlen kann, geht in der Regel nicht zur Bankomatkarte über, sondern in den nächsten Betrieb. Die Frage ist, ob der zusätzliche Umsatz die höheren Kosten rechtfertigt — und das ist eine Rechnung, keine Glaubensfrage.

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Die Marken und wofür sie stehen

01Visa und Mastercard
Die beiden Systeme, die den Großteil des Kreditkartenvolumens tragen. Sie sind in Österreich Standard und sollten auf jedem Terminal aktiv sein — auch dort, wo überwiegend mit Bankomatkarte gezahlt wird.
02American Express
Im Geschäftsreiseverkehr und in der gehobenen Hotellerie verbreitet. Wird am Terminal akzeptiert, in Österreich aber üblicherweise über einen eigenen Vertrag und mit eigener Abrechnung.
03Diners Club und Discover
Diners Club läuft über das Discover-Netzwerk. In Österreich hat ein Anbieter hier eine starke Stellung, weil er Karten ausgibt und die Akzeptanz zugleich abwickelt. Volumenmäßig eine Nische, im Geschäftsreiseverkehr aber präsent.
04JCB
Japanisches System, relevant für Gäste aus Japan und Teilen Asiens. Wird in bestimmten Regionen über dasselbe Netzwerk wie Discover abgewickelt, sodass eine Freischaltung häufig mehrere Marken zugleich abdeckt.
05UnionPay
Das chinesische Kartensystem. Für Betriebe mit asiatischer Kundschaft — Innenstadt, Luxuseinzelhandel, Hotellerie — ein Thema, für den Nahversorger im Ort nicht.
06Charge Card und Karte mit Ratenfunktion
Bei der Charge Card wird der Saldo monatlich vollständig abgebucht, bei der Ratenvariante kann der Kunde die Rückzahlung strecken. Für Ihren Betrieb macht das keinen Unterschied — die Gutschrift erfolgt in beiden Fällen gleich.
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Rückbelastung: der Unterschied, der zählt

Karteninhaber können eine Kreditkartenzahlung unter bestimmten Voraussetzungen beanstanden. Kommt es zu einer Rückbelastung, wird Ihnen der Betrag wieder abgezogen, und Sie müssen belegen, dass die Leistung erbracht und die Zahlung berechtigt war. Bei Zahlungen mit anwesender Karte und PIN ist das selten. Häufiger wird es dort, wo ohne physische Karte kassiert wird: telefonische Bestellungen, Hotelreservierungen, Anzahlungen, Onlinegeschäft.

Vorbeugen lässt sich mit Ordnung statt mit Technik. Wer Belege, Reservierungsbestätigungen und Leistungsnachweise sauber ablegt, kann einen Fall in der Regel binnen Frist beantworten. Wer erst im Streitfall zu suchen beginnt, verliert oft nicht wegen der Sache, sondern wegen der Frist.

Klären Sie deshalb vor dem ersten Fall, wer bei Ihnen eine Rückbelastungsanfrage bekommt, wo sie landet und wer antwortet. In einem Familienbetrieb ist das eine Person und eine Ablage; in einem Hotel mit Schichtdienst ist es ein Ablauf, den man einmal aufschreiben sollte.

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Währungsumrechnung am Terminal

Bei Karten aus dem Ausland bieten Terminals häufig an, den Betrag direkt in der Währung des Karteninhabers abzurechnen. Für den Gast ist das bequem, weil er den Betrag in seiner Heimatwährung sieht. Die Wahl muss ihm aber freistehen, und der Umrechnungskurs samt Aufschlag muss transparent angezeigt werden.

Praktisch heißt das für Ihr Personal: nicht für den Gast entscheiden. Das Terminal fragt, der Gast wählt. Wer den Vorgang ungefragt in Fremdwährung abschließt, riskiert Beschwerden und im Zweifel eine Beanstandung der Zahlung. In einem Betrieb mit vielen internationalen Gästen gehört diese eine Bildschirmseite in die Einschulung.

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Häufige Fragen zur Kreditkarte

Lohnt sich Kreditkartenakzeptanz für einen kleinen Betrieb?

Das hängt am Publikum. Wo regelmäßig Gäste von außerhalb kommen — Innenstadtlage, Tourismus, Nähe zu Bahnhof oder Autobahn — ist die Antwort fast immer ja, weil ein abgelehnter Gast nicht bar zahlt, sondern geht. In einem reinen Nachbarschaftsbetrieb ist der Anteil dagegen oft klein genug, um die Frage entspannt zu betrachten.

Warum ist eine Firmenkarte teurer als eine Privatkarte?

Weil die europäische Deckelung des Interbankenentgelts nur für Verbraucherkarten aus dem Europäischen Wirtschaftsraum gilt. Firmenkarten und Karten aus Drittländern liegen außerhalb, dort gelten die Sätze der Kartensysteme. Auf der Abrechnung tauchen sie deshalb in einer eigenen Zeile auf.

Muss ich American Express separat beantragen?

In Österreich ist es üblich, dass American Express und Diners Club über einen eigenen Vertrag laufen und getrennt abgerechnet werden. Technisch werden sie über dasselbe Terminal abgewickelt. Was für Ihren Fall gilt, sagen wir Ihnen vor Vertragsabschluss und nicht auf der ersten Abrechnung.

Darf ich für Kreditkartenzahlungen einen Aufschlag verlangen?

Nein. In Österreich ist ein Entgelt für die Nutzung eines bestimmten Zahlungsmittels unzulässig. Zulässig ist der umgekehrte Weg, also ein Rabatt für ein anderes Zahlungsmittel. Rechtsstand 1. August 2026; das ersetzt keine Rechtsberatung.

Was passiert bei einer Rückbelastung?

Der Betrag wird Ihnen wieder abgezogen, und Sie erhalten die Gelegenheit, den Fall zu belegen. Entscheidend sind Nachweise über die erbrachte Leistung und die Zustimmung des Karteninhabers sowie die Einhaltung der Antwortfrist. Bei Zahlungen mit Karte und PIN vor Ort sind solche Fälle selten.

Reden wir bei Ihnen im Betrieb.

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