Warum die Verbindung der kritische Punkt ist
Ein Kartenterminal führt keine Zahlung eigenständig durch. Es fragt bei jedem Vorgang an, ob die Zahlung genehmigt wird, und wartet auf die Antwort. Ohne Verbindung gibt es keine Genehmigung, und ohne Genehmigung gibt es keine verbindliche Zahlungszusage. Das ist der Grund, warum die Netzfrage bei der Terminalauswahl vor allen anderen Fragen steht.
In der Praxis zeigt sich das in zwei Formen. Der offensichtliche Fall ist der Totalausfall: Die Leitung ist weg, das Gerät meldet einen Fehler. Der unangenehmere Fall ist die schlechte Verbindung: Alles funktioniert, aber jeder Vorgang dauert ein paar Sekunden länger. In der Stoßzeit summiert sich das zu einer Schlange, und niemand kommt auf die Idee, dass die Ursache im Netz liegt.
Deshalb lohnt es sich, vor der Installation einmal genau hinzuschauen: Welche Verbindung liegt am Kassenplatz an, wie stabil ist sie, und was passiert, wenn sie ausfällt. Diese drei Fragen sind in zehn Minuten beantwortet und ersparen Ihnen im Zweifel Monate Ärger.
Die Anbindungsarten im Vergleich
| Variante | Wie es funktioniert | Stärken | Grenzen |
|---|---|---|---|
| LAN über Netzwerkkabel | Das Terminal hängt per Kabel am Router oder Switch | Sehr stabil, schnell, unabhängig von Funkstörungen; teils Stromversorgung über dasselbe Kabel | Nur dort möglich, wo eine Dose liegt; das Gerät ist an den Platz gebunden |
| WLAN | Das Terminal bucht sich in Ihr Funknetz ein | Kein zusätzliches Kabel, mobile Geräte bleiben beweglich | Abhängig von Reichweite und Auslastung; Gast-WLAN und häufige Passwortwechsel sind Störquellen |
| Mobilfunk | Das Terminal nutzt eine eigene SIM-Karte | Unabhängig von Ihrem Netz, funktioniert auch beim Kunden und auf dem Markt | Abhängig vom Empfang am Standort; in Kellern, Hallen und Tiefgaragen häufig kritisch |
| Bluetooth zur Basisstation | Das mobile Gerät funkt zu einer Station, die am Netz hängt | Innerhalb des Gebäudes beweglich, ohne eigene SIM | Begrenzte Reichweite; außerhalb des Funkbereichs keine Zahlung möglich |
| Kombination mehrerer Wege | Das Gerät wechselt automatisch, wenn ein Weg ausfällt | Höchste Ausfallsicherheit, in vielen aktuellen Geräten bereits eingebaut | Setzt voraus, dass beide Wege tatsächlich eingerichtet und getestet sind |
| Kassenkopplung | Verbindung zwischen Kassensystem und Terminal, seriell, per USB oder über das Netzwerk | Betrag kommt automatisch aus der Kasse, keine Doppeleingabe | Ersetzt nicht die Internetverbindung, sondern kommt zusätzlich dazu |
Die Kassenkopplung ist keine Alternative zur Internetverbindung. Beide werden gebraucht: eine für die Kasse, eine für die Autorisierung.
LAN: die unauffälligste und stabilste Variante
Wo eine Netzwerkdose am Kassenplatz liegt, ist das Kabel die erste Wahl. Es ist unempfindlich gegen Funkstörungen, hat konstante Laufzeiten und fällt nicht aus, weil im Nachbarraum jemand ein Gerät eingeschaltet hat. Für kassenintegrierte PIN-Pads und stationäre Geräte an festen Plätzen ist es der Normalfall.
Ein praktischer Vorteil, der oft übersehen wird: Viele Kassen-PIN-Pads können ihren Strom über dasselbe Netzwerkkabel beziehen. Damit entfällt die zusätzliche Steckdose am Kassenplatz, was in engen Kassenzeilen und bei Umbauten spürbar Aufwand spart. Voraussetzung ist ein Netzwerkgerät, das diese Funktion bereitstellt.
Zu klären sind zwei Punkte. Erstens die Adressvergabe: Für die Kassenkopplung ist eine feste Adresse im Netz sinnvoll, damit die Kasse das Terminal zuverlässig findet. Zweitens die Freigaben: Das Terminal muss nach außen kommunizieren dürfen. In Netzen mit strenger Absicherung ist das ein Punkt, den Ihre IT vorab freigeben muss.
WLAN: bequem, aber nicht selbstverständlich stabil
WLAN ist praktisch, weil es kein Kabel braucht und mobile Geräte im Gebäude beweglich hält. Aktuelle Terminals unterstützen neben dem klassischen 2,4-Gigahertz-Band auch 5 Gigahertz, das weniger überlaufen und schneller ist, dafür weniger weit reicht und Wände schlechter durchdringt. Für ein Terminal im Nebenraum ist das eine reale Abwägung.
Die drei häufigsten Probleme sind immer dieselben. Erstens die Reichweite: Auf der Terrasse und im Hinterraum bricht das Signal ab, obwohl es an der Theke einwandfrei ist. Zweitens das Gast-WLAN: Terminals gehören nicht in ein Netz, in dem Gäste unterwegs sind, und Netze, die Gäste zu einer Anmeldeseite zwingen, funktionieren mit Terminals ohnehin nicht. Drittens der Passwortwechsel: Wird das WLAN-Passwort geändert, steht das Terminal, und meist erinnert sich niemand daran, warum.
Wenn Sie WLAN nutzen, testen Sie es an allen Stellen, an denen kassiert wird, und geben Sie dem Terminal ein eigenes, stabiles Netz. Ein mobiles Gerät, das zusätzlich eine SIM-Karte hat und bei Funkabriss automatisch auf Mobilfunk wechselt, ist die robusteste Kombination.
Mobilfunk: unabhängig, aber standortabhängig
Ein Terminal mit eigener SIM-Karte ist unabhängig von Ihrer Infrastruktur. Genau das braucht der Handwerker beim Kunden, der Lieferfahrer im Treppenhaus und der Händler auf dem Wochenmarkt. Achten Sie darauf, dass das Gerät mindestens 4G beherrscht: Die 3G-Netze sind in Deutschland abgeschaltet, und ältere Geräte, die nur 2G und 3G können, sind damit an vielen Standorten praktisch auf WLAN angewiesen.
Zwei Ausstattungsmerkmale helfen erheblich. Multinetz-Karten buchen sich automatisch in das jeweils am besten erreichbare Netz ein, was bei wechselnden Standorten und in Randlagen einen Unterschied macht. Und einzelne Geräte bieten zwei SIM-Steckplätze, sodass ein zweites Netz als Rückfallebene bereitsteht.
Der ehrliche Hinweis dazu: Kein Anbieter kann Empfang garantieren, wo keiner ist. Kellerlokale, Tiefgaragen, Werkstatthallen aus Stahlbeton und einzelne ländliche Lagen bleiben schwierig. Deshalb gehört zum Auswahlgespräch die Frage, wo genau kassiert wird, und im Zweifel ein Test vor dem Echtbetrieb.
Bluetooth und Basisstation
Manche mobilen Terminals arbeiten mit einer Basisstation: Die Station hängt am Netz, das Gerät funkt zu ihr. Innerhalb der Reichweite ist das eine saubere Lösung, weil keine SIM-Karte und kein WLAN-Zugang nötig sind. Die tatsächliche Reichweite hängt stark von Gebäude und Einrichtung ab und liegt in geschlossenen Räumen deutlich unter den Herstellerangaben für freies Feld.
Für ein Restaurant mit einem Gastraum ist das häufig ausreichend. Für einen Betrieb mit Terrasse, Nebenraum oder zweitem Stockwerk wird es schnell knapp. Wenn die Reichweite endet, endet auch die Zahlungsfähigkeit, und zwar mitten am Tisch. Testen Sie die Grenze deshalb ab, bevor Sie sich festlegen, und zwar im vollen Haus, nicht im leeren.
Bluetooth begegnet Ihnen außerdem als Verbindung zwischen Terminal und Zubehör, etwa zu einem externen Bondrucker bei Geräten ohne eigenen Drucker. Das ist unkritisch, weil die Entfernung klein ist; wichtig ist nur, dass beide Geräte geladen sind.
Die Kassenkopplung ist eine eigene Verbindung
Häufiges Missverständnis: Wenn das Terminal an der Kasse hängt, brauche es kein eigenes Internet. Das stimmt nicht. Die Kassenkopplung regelt nur, wie der Betrag zwischen Kasse und Terminal wandert. Die Genehmigung der Zahlung läuft weiterhin über die Internetverbindung des Terminals oder über das Netz, in dem es sitzt.
Die Kopplung selbst läuft im deutschsprachigen Raum meist über die Schnittstellen ZVT oder O.P.I., technisch über eine serielle Verbindung, über USB oder über das Netzwerk. Bei Netzwerkkopplung sprechen Kasse und Terminal über eine feste Adresse und einen definierten Port; deshalb braucht das Terminal in diesem Aufbau eine gleichbleibende Adresse im Netz.
Für die Planung heißt das: Zählen Sie die Kassenkopplung als zusätzlichen Punkt, nicht als Ersatz. Und binden Sie Ihren Kassenbetreuer früh ein, weil die Freigabe der Kombination aus Kassensystem und Terminal von dort kommt. Der häufigste Zeitverlust bei Installationen entsteht genau an dieser Schnittstelle zwischen zwei Zuständigkeiten.
Checkliste vor der Installation
Diese Punkte klären Sie am besten, bevor das Gerät geliefert wird. Sie brauchen dafür keine IT-Kenntnisse, nur einen Rundgang durch den Betrieb.
- 01Liegt eine Netzwerkdose am Kassenplatz?
- Wenn ja, ist die Anbindung geklärt. Wenn nein, prüfen Sie, ob eine gelegt werden kann oder ob WLAN und Mobilfunk tragen. Ein improvisiertes Kabel über den Boden ist keine Lösung, sondern eine Störung mit Ankündigung.
- 02Wie weit reicht Ihr WLAN?
- Gehen Sie mit einem Smartphone alle Stellen ab, an denen kassiert wird, einschließlich Terrasse, Nebenraum und Lager. Wo das Signal dort schwach ist, ist es für ein Terminal ebenfalls zu schwach.
- 03Gibt es Mobilfunkempfang, wo Sie ihn brauchen?
- Testen Sie im Keller, in der Halle, in der Tiefgarage und beim Kunden, nicht nur vor der Tür. Bei mehreren Standorten lohnt sich der Test an jedem einzelnen; die Unterschiede sind größer, als man erwartet.
- 04Wer betreut Ihr Netz?
- Wenn eine IT-Betreuung existiert, binden Sie sie früh ein. Feste Adressen und Freigaben nach außen sind Kleinigkeiten, wenn sie vorher besprochen werden, und ein Terminvergabeproblem, wenn sie am Installationstag auffallen.
- 05Welches Kassensystem in welcher Version?
- Notieren Sie Hersteller, Produktname und Version sowie den Ansprechpartner für die Kasse. Diese drei Angaben entscheiden darüber, welche Terminals in Frage kommen und wie die Kopplung eingerichtet wird.
- 06Was ist Ihre Rückfallebene?
- Überlegen Sie vorher, wie Sie kassieren, wenn die Hauptverbindung ausfällt: ein zweites Gerät mit SIM, eine Lösung auf dem Smartphone oder ein Gerät, das automatisch auf Mobilfunk wechselt. Diese Entscheidung im Voraus zu treffen ist deutlich angenehmer, als sie im Ernstfall zu improvisieren.
Häufige Fragen zur Anbindung
Kann ein Terminal offline arbeiten?
Für eine garantierte Zahlung braucht das Terminal eine Autorisierung und damit eine Verbindung. Ohne Netz kann eine Zahlung nicht verbindlich genehmigt werden. Deshalb ist die Rückfallebene für Betriebe, die auf Kartenzahlung angewiesen sind, ein echtes Planungsthema und keine Nebensache.
Wie viel Datenvolumen verbraucht ein Terminal?
Eine einzelne Zahlung überträgt sehr wenig Daten; der Verbrauch fällt im Alltag kaum ins Gewicht. Relevanter sind Softwareaktualisierungen, die gelegentlich größer ausfallen. Bei mitgelieferten SIM-Karten ist der Bedarf üblicherweise bereits eingeplant.
Kann ich mein Gast-WLAN nutzen?
Besser nicht. Gastnetze sind oft gedrosselt, verlangen eine Anmeldung über eine Startseite oder trennen Verbindungen nach einer Weile. Alle drei Eigenschaften vertragen sich schlecht mit einem Gerät, das dauerhaft erreichbar sein soll. Nutzen Sie ein eigenes Netz oder Mobilfunk.
Was passiert, wenn ich meinen Internetanbieter wechsle?
Bei Kabelanbindung muss das Terminal danach wieder Verbindung ins neue Netz bekommen; bei WLAN ändert sich in der Regel das Passwort. Denken Sie an das Terminal, wenn ein Anschlusswechsel ansteht, dann ist es eine Sache von Minuten statt eines Ausfalltags.
Ist Mobilfunk langsamer als LAN?
Bei gutem Empfang ist der Unterschied im Zahlvorgang nicht spürbar. Bei schwachem Empfang schon: Dann dauert jeder Vorgang länger, was in der Stoßzeit auffällt. Deshalb ist der Empfangstest am tatsächlichen Standort aussagekräftiger als jede allgemeine Aussage über Netzarten.
Kann ein Gerät mehrere Verbindungswege gleichzeitig nutzen?
Viele aktuelle Geräte können das und wechseln automatisch, wenn ein Weg ausfällt, etwa von WLAN auf Mobilfunk. Wichtig ist, dass beide Wege eingerichtet und einmal getestet wurden. Ein nicht eingerichteter zweiter Weg hilft im Ernstfall nicht.