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Debit Mastercard und Visa Debit — die Nachfolger von Maestro und V Pay

Seit Mitte 2023 dürfen keine neuen girocards mehr mit Maestro ausgegeben werden. An die Stelle der alten Zusatzverfahren sind Debitprodukte der internationalen Kartensysteme getreten. Sie sehen aus wie vorher, werden aber anders verarbeitet und anders bepreist.

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Was 2023 passiert ist

Deutsche girocards trugen jahrzehntelang ein zweites Verfahren auf derselben Karte, damit sie auch im Ausland funktionierten: Maestro von Mastercard oder V Pay von Visa. Mastercard hat das Ende von Maestro Ende 2021 angekündigt. Zum 30. Juni 2023 endete die Ausgabe; seit dem 1. Juli 2023 dürfen keine neuen girocards mehr mit Maestro-Co-Badge herausgegeben werden.

Bereits ausgegebene Karten behalten ihre Gültigkeit bis zum aufgedruckten Ablaufdatum und funktionieren bis dahin im In- und Ausland unverändert. Bei einer typischen Kartenlaufzeit von vier Jahren bedeutet das: Die letzten Maestro-Karten laufen etwa bis Ende 2027 aus. Sie werden also noch eine Weile am Terminal auftauchen, während die neuen Karten längst im Umlauf sind.

Als Ersatz setzen die Institute auf drei verschiedene Wege. Die meisten geben eine girocard mit Debit Mastercard oder Visa Debit als zweitem Verfahren aus. Manche halten vorerst an V Pay fest. Und einige trennen sauber: eine girocard für das Inland und eine separate Debitkarte des internationalen Systems daneben. Für Sie heißt das, dass in Ihrem Kartenkorb künftig alle drei Varianten vorkommen.

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Die drei Debitwelten nebeneinander

Von außen unterscheiden sich diese Karten kaum. Für Ablauf, Netz und Kosten sind es drei verschiedene Dinge.

MerkmalgirocardDebit Mastercard und Visa DebitMaestro und V Pay
Betreiber des VerfahrensDeutsche KreditwirtschaftMastercard beziehungsweise VisaMastercard beziehungsweise Visa
Belastung des KontosUnmittelbarUnmittelbarUnmittelbar
Einsatz im AuslandNur eingeschränktWeltweit im jeweiligen AkzeptanznetzWeltweit, aber auslaufend
Einsatz im InternetNicht vorgesehenJa, mit Kartennummer und PrüfzifferBei V Pay eingeschränkt
Kostenlogik für SieBilateral verhandeltDeckelung bei EWR-Verbraucherkarten, dazu SystementgelteWie das jeweilige Debitprodukt
Ausgabe neuer KartenLäuft unverändertDer Regelfall bei NeuausgabeMaestro seit Mitte 2023 gestoppt
Bedeutung im AlltagFührend im InlandsgeschäftWachsend, vor allem online und im AuslandNur noch Bestandskarten
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Woran Sie die Karte erkennen

Im Zweifel entscheidet nicht das Aussehen, sondern was das Terminal anzeigt. Trotzdem helfen ein paar Anhaltspunkte, wenn ein Kunde fragt.

01Zwei Zeichen auf einer Karte
Trägt die Karte das girocard-Zeichen und daneben das Zeichen eines internationalen Debitprodukts, sind zwei Verfahren aufgebracht. Welches genutzt wird, entscheidet sich erst am Terminal — nicht beim Blick auf die Karte.
02Eine sechzehnstellige Kartennummer
Karten mit langer Nummer, Ablaufdatum und Prüfziffer auf der Rückseite sind für das Internet gedacht. Die reine girocard braucht das nicht, weil sie im Netz ohnehin nicht eingesetzt wird.
03Nur ein Zeichen
Gibt die Bank getrennte Karten aus, trägt jede nur ein Verfahren. Der Kunde hat dann zwei Karten in der Tasche und weiß oft selbst nicht, welche gerade die richtige ist.
04Der Terminalbeleg
Die verlässlichste Auskunft. Auf dem Zahlungsbeleg steht, über welches Verfahren die Zahlung tatsächlich gelaufen ist. Wenn Sie Ihren Kartenmix wissen wollen, ist das die Quelle — nicht der Eindruck an der Kasse.
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Wer entscheidet, welches Verfahren läuft

Liegt auf einer Karte mehr als ein Verfahren, muss jemand wählen. Die europäische Verordnung regelt das ausdrücklich: Kartensysteme dürfen weder verhindern, dass mehrere Marken auf einer Karte aufgebracht werden, noch die Wahl durch automatische Mechanismen einschränken. Die Entscheidung liegt damit bei Kunde und Händler, nicht beim System.

In der Praxis fällt sie am Terminal, und wie sie fällt, ist eine Frage der Konfiguration. Manche Geräte fragen den Kunden, manche folgen einer voreingestellten Reihenfolge. Genau hier liegt ein Punkt, der im Verkaufsgespräch fast nie zur Sprache kommt und der über Monate hinweg spürbar auf die Abrechnung durchschlägt.

Wir halten das für einen der ehrlichsten Prüfsteine bei einem Anbieterwechsel: Fragen Sie, wie Ihr Terminal bei Karten mit mehreren Verfahren eingestellt ist und wer diese Einstellung ändern kann. Wer darauf keine klare Antwort gibt, hat sie entweder nie geprüft oder möchte nicht darüber reden.

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Was das für Ihre Kosten bedeutet

Eine Debit Mastercard oder Visa Debit ist am Terminal keine girocard, auch wenn sie im Portemonnaie desselben Kunden steckt und dasselbe Konto belastet. Sie läuft über das internationale Kartensystem, und dort gelten andere Regeln: die Deckelung des Entgelts zwischen den Banken auf 0,2 Prozent bei Verbraucher-Debitkarten aus dem EWR, dazu die Entgelte des Kartensystems, die nicht reguliert sind.

In der Summe ist diese Kartenkategorie für den Handel in der Regel teurer als die inländische girocard-Zahlung. Das ist keine Wertung, sondern eine Folge der Systemarchitektur. Und es ist der Grund, warum der wachsende Anteil internationaler Debitkarten für viele Betriebe eine schleichende Kostensteigerung bedeutet, die niemand angekündigt hat — der Kartenmix verschiebt sich, die Konditionen bleiben.

Wer wissen will, ob ihn das betrifft, braucht keine Prognose, sondern die eigene Auswertung: Wie viele Zahlungen liefen im letzten Quartal über welches Verfahren? Diese Zahl steht in der Abrechnung, und sie ist der ehrlichste Ausgangspunkt für jedes Gespräch über Konditionen.

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Was Ihr Terminal können muss

Die Umstellung ist für Sie vor allem eine Konfigurationsfrage. Ein Terminal, das noch auf die alte Kartenwelt eingestellt ist, kann Karten ablehnen, die vollkommen in Ordnung sind — weil das Verfahren darauf schlicht nicht freigeschaltet ist. Der Kunde erlebt das als Fehler Ihres Geräts, und in gewissem Sinne ist es das auch.

Nötig sind drei Dinge: die internationalen Debitprodukte von Mastercard und Visa müssen freigeschaltet sein, kontaktlos muss für alle Verfahren funktionieren, und das Gerät muss dem geltenden technischen Regelwerk der deutschen Kreditwirtschaft entsprechen. Ältere Gerätegenerationen haben bei der letzten Umstellung ihre kontaktlose Funktion verloren — was im Alltag zunächst kaum auffällt und dann plötzlich jeden zweiten Kunden betrifft.

Wenn Ihr Terminal älter als ein paar Jahre ist, lohnt eine Bestandsaufnahme mehr als jede Beratung über Prozentsätze. Wir sehen uns an, welche Verfahren tatsächlich freigeschaltet sind und welche fehlen — das ist eine sachliche Prüfung und kein Verkaufsgespräch.

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Häufige Fragen zu den internationalen Debitkarten

Funktionieren Maestro-Karten noch?

Ja, bis zum aufgedruckten Ablaufdatum. Gestoppt wurde die Ausgabe neuer Karten, nicht die Gültigkeit bestehender. Da Karten typischerweise vier Jahre laufen, werden Sie sie voraussichtlich noch bis etwa Ende 2027 gelegentlich an der Kasse sehen. Ihr Terminal sollte sie deshalb weiterhin annehmen können.

Ist eine Visa Debit eine Kreditkarte?

Nein. Sie belastet das Girokonto unmittelbar und ist damit in der Systematik der EU-Verordnung eine Debitkarte, für die die niedrigere Obergrenze von 0,2 Prozent gilt. Der Unterschied zur Kreditkarte liegt nicht im Aussehen und nicht im Kartensystem, sondern darin, ob der Betrag sofort abgebucht oder nach einer vereinbarten Frist gesammelt abgerechnet wird.

Warum kostet mich dieselbe Karte je nach Verfahren unterschiedlich viel?

Weil zwei Verfahren auf einer Karte zwei verschiedene Wege durch das Zahlungssystem bedeuten. Läuft die Zahlung über die girocard, gelten die bilateral verhandelten Konditionen des nationalen Verfahrens. Läuft sie über das internationale Debitprodukt, kommen die Entgelte des jeweiligen Kartensystems hinzu. Die Karte ist dieselbe, die Rechnung nicht.

Kann ich internationale Debitkarten einfach nicht annehmen?

Grundsätzlich zwingt Sie kein Kartensystem zur Annahme weiterer Instrumente. Praktisch ist das aber keine gute Idee: Kunden erkennen an der Karte nicht, welches Verfahren Sie akzeptieren, und die Ablehnung trifft regelmäßig Menschen, die annehmen, ganz normal mit ihrer Bankkarte zu zahlen. Der entgangene Umsatz ist in aller Regel teurer als die Differenz im Entgelt.

Was ändert sich für meine Kunden?

Am Ablauf nichts. Karte auflegen oder stecken, gegebenenfalls PIN eingeben, fertig. Der Unterschied liegt vollständig im Hintergrund. Wenn ein Kunde nachfragt, reicht der Hinweis, dass die Bank das Zusatzverfahren auf der Karte gewechselt hat und die Karte deshalb im Ausland und im Internet mehr kann als vorher.

Muss ich für die neuen Karten einen neuen Vertrag abschließen?

In der Regel nicht, wenn die internationalen Kartensysteme in Ihrem bestehenden Akzeptanzverhältnis bereits enthalten sind. Wer bisher ausschließlich girocard akzeptiert hat, braucht dagegen eine Erweiterung. Was in Ihrem Fall gilt, steht in Ihrer Vereinbarung; wir sehen sie uns bei einer Bestandsaufnahme gemeinsam an.

Reden wir bei Ihnen im Betrieb.

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