Was ein Zahlungsmodul leistet
Ein Zahlungsmodul verbindet Ihren Shop mit dem Abwickler. Es meldet den Warenkorb an, führt den Kunden zur Bezahlung, nimmt das Ergebnis entgegen und setzt den Bestellstatus im Shop. Wenn Sie später erstatten oder stornieren, geschieht das im Shop und wird an den Abwickler durchgereicht. Sie müssen dafür nicht zwischen zwei Systemen hin und her wechseln.
Das ist der eigentliche Wert eines fertigen Moduls. Man könnte all das auch selbst bauen, aber die Arbeit steckt nicht im Bezahlen, sondern in den Fällen daneben: abgebrochene Zahlungen, verspätete Statusmeldungen, Teilerstattungen, Retouren, Nachbestellungen. Ein gepflegtes Modul hat diese Fälle bereits abgebildet.
Welche Module für Ihre Konstellation zur Verfügung stehen, hängt vom Shopsystem, dessen Version und den gewünschten Zahlarten ab. Das klären wir vor der Anbindung, nicht währenddessen — nichts kostet in einem Umstellungsprojekt mehr Zeit als eine Überraschung in der zweiten Woche.
Die verbreiteten Systeme im Kurzporträt
Zehn Systeme decken den ganz überwiegenden Teil des deutschsprachigen Onlinehandels ab.
Shopware 6
Der Standard im deutschen Mittelstand. Großes Erweiterungsangebot, meist agenturbetreut. Achten Sie auf die konkrete Nebenversion — zwischen den Sechserversionen gibt es spürbare Unterschiede.
WooCommerce
Die Shoperweiterung für WordPress. Sehr verbreitet bei kleineren Händlern. Der Zustand hängt stark am Theme und an der Zahl der übrigen Erweiterungen; Konflikte sind hier die häufigste Fehlerquelle.
Shopify
Gehostetes System ohne eigenen Server. Schnell aufgesetzt, dafür gibt der Anbieter den Rahmen des Bezahlvorgangs vor. Prüfen Sie vorab, welche Zahlungsanbieter im Checkout zugelassen sind.
JTL 5
Shop und Warenwirtschaft aus einer Hand, stark im Versandhandel. Wer ohnehin mit der Warenwirtschaft arbeitet, bekommt Bestellungen, Retouren und Zahlungen in einem Fluss.
Magento 2
Für größere Sortimente und internationale Aufstellungen. Leistungsfähig, aber pflegeintensiv: Aktualisierungen sind Projekte, keine Klicks. Ohne Agentur kaum zu betreiben.
PrestaShop
Offenes System mit europäischer Verbreitung. Solide Grundlage, viele Module unterschiedlicher Pflegequalität — hier lohnt der Blick auf das Datum der letzten Aktualisierung.
Gambio
Im deutschsprachigen Raum bei kleineren Händlern verbreitet, oft ohne eigene IT betrieben. Für einen Betrieb mit überschaubarem Sortiment ein pragmatischer Weg.
OXID eSales
Deutscher Ursprung, häufig im Geschäftskundenhandel im Einsatz. Preisgruppen, Staffeln und Kundenspezifika sind hier gut abgebildet — was auch für die Zahlungsseite Folgen hat.
plentyONE
Kommt von der Warenwirtschaft her und bedient neben dem eigenen Shop auch Marktplätze. Wer über mehrere Kanäle verkauft, hat hier den Abgleich schon gelöst.
Wix
Baukastensystem für kleine Auftritte. Schnell online, dafür wenig Spielraum bei Erweiterungen. Wenn hier ein bestimmtes Zahlungsmodul nicht vorgesehen ist, ist ein Zahlungslink oft der praktikablere Weg.
Was vor der Anbindung zu klären ist
Die Fragen sind bei jedem System dieselben, die Antworten nicht. Klären Sie sie, bevor jemand etwas installiert.
| Shopsystem | Typische Konstellation | Vorab zu prüfen |
|---|---|---|
| Shopware 6 | Mittelstand, Agentur im Hintergrund, oft eigene Erweiterungen | Genaue Nebenversion, eingesetzte PHP-Version, ob der Checkout angepasst wurde |
| WooCommerce | kleiner bis mittlerer Shop auf WordPress | Anzahl und Alter der übrigen Erweiterungen, Theme mit eigenem Checkout, Aktualisierungsstand |
| Shopify | schnell aufgesetzter Shop ohne eigene Serverpflege | Welche Zahlungsanbieter im Checkout zugelassen sind und welche Bedingungen der Systemanbieter daran knüpft |
| JTL 5 | Versandhandel mit angeschlossener Warenwirtschaft | Abgleich der Zahlungsstatus in die Warenwirtschaft, Umgang mit Teillieferungen |
| Magento 2 | großes Sortiment, mehrere Sprachen oder Länder | Version und Aktualisierungsplan, Mehrmandantenaufbau, wer Anpassungen pflegt |
| PrestaShop | Shop mit europäischer Ausrichtung | Pflegestand des Moduls, Kompatibilität mit der eingesetzten Hauptversion |
| Gambio | kleiner Shop, Betrieb ohne eigene IT | Aktualisierungsstand, wer im Ernstfall Anpassungen vornimmt |
| OXID eSales | Geschäftskundenhandel mit Preisgruppen | Umgang mit Rechnungskauf und Zahlungszielen, Version der Grundinstallation |
| plentyONE | Mehrkanalvertrieb inklusive Marktplätzen | Welche Zahlungen über welchen Kanal laufen und wie sie zusammengeführt werden |
| Wix | kleiner Auftritt, Baukasten | Ob das gewünschte Modul überhaupt vorgesehen ist; sonst Zahlungslink als Weg |
Diese Übersicht beschreibt den Markt, nicht unser Leistungsversprechen. Welche Module für Ihren Shop bereitstehen, prüfen wir konkret an Ihrem System.
Versionsstände sind kein Detail
Ein Zahlungsmodul ist immer für bestimmte Shopversionen freigegeben. Läuft Ihr Shop außerhalb dieses Bereichs, funktioniert das Modul im besten Fall nicht und im schlechtesten Fall unauffällig falsch — etwa indem Bestellungen als bezahlt gebucht werden, obwohl die Zahlung fehlgeschlagen ist. Solche Fehler fallen erst beim Kassensturz auf.
Dazu kommt die Version der Programmiersprache im Hintergrund. Viele Shops laufen auf einem älteren Stand, weil eine Erweiterung sonst nicht mehr funktioniert. Für ein aktuelles Zahlungsmodul ist das ein Ausschlusskriterium. Wenn Sie ohnehin über eine Aktualisierung nachdenken, ist die Zahlungsanbindung ein guter Anlass, das gemeinsam zu erledigen statt in zwei getrennten Projekten.
Ein guter Anbieter nennt Ihnen die unterstützten Versionsbereiche schriftlich, bevor Sie anfangen. Fragen Sie danach. Und planen Sie ein, dass ein größeres Shop-Update auch die Zahlungsanbindung berührt — das ist der Grund, warum solche Aktualisierungen nicht am Freitagnachmittag stattfinden sollten.
Der Ablauf einer Anbindung
Sechs Schritte, die sich in dieser Reihenfolge bewährt haben.
- 01Bestandsaufnahme
- Shopsystem, Version, Hosting, bestehende Zahlarten, gewünschte Zahlarten, wer die Änderungen durchführt. Zehn Minuten hier sparen später Tage.
- 02Zugangsdaten für die Testumgebung
- Vor der Freischaltung des Echtbetriebs wird gegen eine Testumgebung gearbeitet. Dort lassen sich alle Fälle durchspielen, ohne dass echtes Geld fließt oder echte Kartendaten benötigt werden.
- 03Installation und Einstellungen
- Modul einspielen, Zugangsdaten hinterlegen, Zahlarten aktivieren, Beschriftungen und Reihenfolge festlegen. Wichtig ist auch, welchen Bestellstatus welche Zahlungsmeldung auslöst — das ist der Punkt, an dem später die meisten Rückfragen entstehen.
- 04Testbestellungen
- Nicht nur der erfolgreiche Kauf, sondern auch der abgelehnte, der abgebrochene, der doppelt abgeschickte und die Erstattung. Ergänzt um eine Teilerstattung und eine Bestellung mit mehreren Positionen, von denen eine zurückgeht.
- 05Livegang
- Umstellung auf die Echtdaten, dann eine echte Zahlung mit kleinem Betrag über eine eigene Karte und anschließende Erstattung. Erst wenn dieser Durchlauf sauber ist, geht der Shop offen.
- 06Beobachtung in den ersten Tagen
- Abgleich zwischen Shopbestellungen und Zahlungseingängen, Blick auf abgebrochene Vorgänge. Wenn Zahlungen fehlen oder doppelt erscheinen, zeigt sich das in den ersten Tagen — danach wird die Suche mühsam.
Was das Modul abnimmt und was Ihre Aufgabe bleibt
Die klare Trennung erspart Diskussionen, wenn einmal etwas nicht funktioniert.
| Aufgabe | Übernimmt das Modul | Bleibt bei Ihnen |
|---|---|---|
| Übergabe des Warenkorbs | ja | korrekte Beträge und Steuersätze im Shop |
| Bezahlvorgang und Authentifizierung | ja | — |
| Setzen des Bestellstatus | ja, nach Ihren Vorgaben | die Vorgaben festlegen |
| Erstattung und Storno | ja, aus dem Shop heraus | Freigabeprozess im Betrieb |
| Abgleich mit der Buchhaltung | liefert die Daten | Verbuchung und Kontenzuordnung |
| Betrugsprävention | Regeln stehen bereit | Entscheidung, wie streng geprüft wird |
| Aktualisierung des Shops | nein | Pflege von Shop, Erweiterungen und Server |
| Bearbeitung von Rückbelastungen | meldet den Fall | Nachweise zusammenstellen und einreichen |
Wenn das Shopsystem selbst Payment anbietet
Mehrere Shopanbieter treten inzwischen selbst als Zahlungsanbieter auf. Shopware bietet eine eigene, nativ eingebaute Lösung an, die auf der Infrastruktur eines großen Wallet-Anbieters aufsetzt und in Deutschland und Österreich verfügbar ist. Andere Systeme verfahren ähnlich. Das ist bequem, und für einen reinen Onlinehändler ohne Ladengeschäft kann es die richtige Wahl sein.
Der Haken zeigt sich, sobald ein Ladengeschäft dazugehört. Ein Shopsystem kann keine Kartenzahlung an der Ladenkasse abwickeln. Sie hätten dann einen Vertrag für den Shop und einen zweiten für die Kasse, zwei Abrechnungen, zwei Portale, zwei Ansprechpartner und keine gemeinsame Sicht auf Ihre Umsätze. Genau die Doppelverwaltung, die Sie eigentlich vermeiden wollten.
Unser Argument ist deshalb kein technisches, sondern ein organisatorisches: Wenn Sie beides betreiben, ist ein Vertrag für beides der schlankere Weg. Wie das im Alltag aussieht — von der Onlinebestellung mit Abholung bis zur Retoure im Laden — steht auf der Seite zum Omnichannel-Betrieb.
Häufige Fragen zu Shopmodulen
Mein Shopsystem steht nicht auf der Liste. Geht das trotzdem?
Meistens ja. Wo kein fertiges Modul existiert, bleiben die gehostete Bezahlseite und die Anbindung über die Schnittstelle. Bei sehr kleinen oder sehr speziellen Systemen ist außerdem der Zahlungslink eine ernstzunehmende Lösung — vor allem, wenn Sie ohnehin nur wenige Bestellungen pro Woche haben.
Wer installiert das Modul?
Wenn Sie eine Agentur haben, macht sie das üblicherweise mit. Wenn nicht, ist die Installation bei den meisten Systemen ein überschaubarer Vorgang. Wichtig ist nur, dass jemand einen Zugang zum Shop und eine Sicherung hat, bevor etwas eingespielt wird.
Was passiert bei einem Shop-Update?
Größere Aktualisierungen können die Anbindung berühren. Deshalb gehört ein Update zuerst auf eine Testinstallation, dann werden die Zahlungsabläufe durchgespielt, und erst danach geht es live. Ein Betrieb, der das umgekehrt macht, merkt den Fehler am Umsatz.
Kann ich mehrere Zahlarten unterschiedlich behandeln?
Ja. Sie können festlegen, welche Zahlart ab welchem Warenkorbwert erscheint, welche nur für angemeldete Kunden gilt und welche bei bestimmten Lieferländern ausgeblendet wird. Das ist bei Rechnungskauf und Lastschrift üblich, weil dort das Risiko anders liegt als bei einer Kartenzahlung.
Wie teste ich, ohne echtes Geld zu bewegen?
Über die Testumgebung. Dort gibt es hinterlegte Testkarten, mit denen sich Erfolg, Ablehnung und Authentifizierungsabfrage gezielt auslösen lassen. Echte Kartendaten gehören niemals in ein Testsystem — mehr dazu auf der Entwicklerseite.
Sehen meine Kunden, dass ein fremdes Modul im Einsatz ist?
Wenn es sauber eingerichtet ist, kaum. Die Bezahlseite lässt sich an Ihr Erscheinungsbild angleichen, und die Bezeichnung auf dem Kontoauszug des Kunden sollte Ihren Firmennamen enthalten. Letzteres wird oft vergessen und ist einer der häufigsten Auslöser für unnötige Rückbelastungen.